Urlaub im Denkmal: Geschichte hautnah erleben
1758
Der Steuergehilfe Christian Gottlob Werner errichtet am kleineren der beiden Marktplätze der Stadt Neusalza ein Umgebindehaus – das heutige MARKTQUARTIER 5.
1768
Johann Gottlob Hünlich (1731–1805), Bürger, Schneider, Leineweber und Handelsmann in Neusalza, erwirbt Haus und Grundstück samt zugehörigem Gärtchen. Hünlichs protestantische Vorfahren waren zu Beginn des 30-jährigen Kriegs als Glaubensflüchtlinge von Mähren in die Oberlausitz übergesiedelt.
1814

Am 10. November wird Traugott Leberecht Hünlich im Haus mit der damaligen Anschrift „Am Topfmarkte Nr. 77“ geboren. Als 18-Jähriger übernimmt er das Kleinst-Webereigeschäft seiner Eltern und baut es mit Fleiß, Geschäftssinn und äußerster Sparsamkeit rasch zu einem florierenden Unternehmen aus. Schließlich lässt Hünlich auf 50 bis 60 Webstühlen arbeiten, betreibt einen gutgehenden Garnhandel und errichtet eine Bleiche an der Spree, auf der die eingekauften Leinengarne gebleicht werden.
1836
Leberecht heiratet am 12. Januar die Gastwirtstochter Agnes Hasche aus Cunewalde. Dem Paar werden zwischen 1838 und 1853 sechs Kinder geboren. Die beiden ältesten Söhne, Reinhold und Hermann, werden später als Teilhaber ins väterliche Familienunternehmen eintreten und es zu einem der bedeutendsten Lieferanten von Leinen- und Baumwollgarnen für die Lausitzer Webereien entwickeln.
1872

Der 18-jährige Carl Adolph Hünlich, das jüngste Kind von Leberecht Hünlich, wandert gegen den Willen des Vaters nach Amerika aus, um sich in der „Neuen Welt“ eine unabhängige Existenz aufzubauen. Doch er scheitert sehr schnell und verpflichtet sich notgedrungen zu einem fünfjährigen Dienst bei der U.S. Army, die er als Soldat und Versorgungsbeauftragter in der insbesondere gegen die Apachen kämpfenden Truppe in New Mexico ableistet. Nach seiner Militärzeit lässt sich Carl in New Orleans nieder.
1882
Am 18. September stirbt Traugott Leberecht Hünlich in seinem Geburtshaus. Um1891 kehrt Carl mit seiner Frau Ernestine in die Heimat zurück, pflegt die kranke Mutter und erwirbt nach deren Tod im Jahr 1894 das Haus. Carl Hünlich stirbt am 12. März 1909.
1970
Der katholische Priester Werner Dietrich Dango (1922-2014), einziger Enkel von Carl Hünlich, erbt das Haus am Niedermarkt 5.
2014
Am 30. August verstirbt Werner Dango ohne gesetzliche Erben. Nach nahezu 250 Jahren und sechs Generationen endet die Ära der Familie Hünlich in dem markanten Umgebindehaus am Niedermarkt.
2017
Ulrike und Ulrich Neumann erwerben im November das leerstehende, inzwischen baufällige, unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Zwischen 2019 und 2020 wird das Haus umfassend saniert und zu einem Ferienhaus mit drei hochwertigen Wohneinheiten umgestaltet.
2021
Am 28. Mai öffnet das MARKTQUARTIER 5 seine Türen für künftige Feriengäste.