Regionale Produkte, die ihr probieren solltet
Ein Urlaub ist immer auch eine Frage des Geschmacks.
Kulinarische Spezialitäten in der Oberlausitz bedeuten: bodenständige Küche, alte Back- und Handwerkstraditionen und Produkte, die eng mit Landschaft und Kultur verbunden sind. Wir zeigen euch eine Auswahl typischer Produkte und Gerichte, die ihr bei eurem Aufenthalt probieren solltet. Vom süßen Klassiker bis zur herzhaften Mahlzeit – vieles lässt sich auch gut mit Ausflügen verbinden.
Oberlausitzer Kleckskuchen – süße Tradition auf dem Blech
Ein echtes Stück Oberlausitz ist der Kleckskuchen.
Hefeteig, darauf verstreute „Kleckse“ aus Quark, Mohn und Marmelade, oft mit Butterstreuseln obendrauf. Das Ergebnis: ein fröhlich gemusterter Blechkuchen, der perfekt zum Kaffee passt.
Weitere süße Spezialitäten der Region sind der Oberlausitzer Stollen (eigenständig, nicht nur ein „Dresdner Ableger“, stark von regionalen Bäckereien geprägt, jede hat ihr eigenes Rezept) und Plinsen (Eierkuchen), vor allem im sorbischen Raum, traditionell mit Butter, Zucker oder Apfelmus.
Senf aus Bautzen – ein scharfer Botschafter der Oberlausitz
Bautz’ner Senf ist ein echter Alltagsklassiker der Region. Seit über 150 Jahren gehört er hier ganz selbstverständlich zu Wurst, Brot und herzhaften Gerichten. In Bautzen selbst lässt sich die Vielfalt der Sorten gut entdecken, zum Beispiel im Senfmuseum.
Etwas abseits, aber unbedingt einen Besuch wert, liegt die Hammermühle Bautzen direkt an der Spree. Als letzte von einst 21 Mühlen im Stadtgebiet ist sie Mahl-, Öl- und Senfmühle zugleich und wird bereits in sechster Generation geführt. Hier entstehen viele verschiedene Senfsorten noch nach traditionellem Verfahren, ausschließlich mit natürlichen Zutaten, ohne künstliche Zusätze. Auch die Öle, besonders das milde, ungefilterte Leinöl, werden schonend kalt gepresst. Im Mühlenladen lassen sich alle Produkte probieren und kaufen. Wer tiefer eintauchen möchte, kann bei einer Führung oder einem Senf-Workshop erleben, wie Senf hergestellt wird und seine ganz eigene Sorte kreieren. Terminvereinbarung am besten telefonisch.
Pulsnitzer Pfefferkuchen – süße Handwerkstradition
Der Pulsnitzer Pfefferkuchen ist nicht nur uns Einheimischen ein Begriff. Pulsnitz gilt als eine der historischen Hochburgen dieser Backtradition, und mehrere Manufakturen backen noch heute nach alten Rezepten. Ein Ausflug nach Pulsnitz lohnt sich besonders zur kühleren Jahreszeit – gut kombinierbar mit einem Besuch im Pfefferkuchenmuseum oder zum Pfefferkuchenmarkt im November. Unser persönlicher Favorit sind die gefüllten Spitzen, ein zwingender Bestandteil unserer Adventstradition. Aber ihr könnt euch ja selbst durch das Sortiment probieren, um euren Favoriten zu finden.
Lausitzer Fisch – aus der Teichlandschaft auf den Teller
Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gehört zu den größten Teichregionen Mitteleuropas. Seit über 800 Jahren wird hier Teichwirtschaft betrieben. „Lausitzer Fisch“ steht für regionale Qualität – vor allem Karpfen, aber auch Hecht oder Zander.
Tipp: Fischgenuss lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang oder einer Radtour durch die Teichlandschaft verbinden, besonders im Herbst. Dann finden auch in vielen Orten Feste zum traditionellen Abfischen statt.Teichlmauke & Abernsuppe – Hausmannskost mit Tradition
Die Küche der Oberlausitz ist geprägt von einfachen, sättigenden Gerichten. Zwei typische Vertreter sind die Teichlmauke – Kartoffelbrei („Mauke“) mit gekochtem Rindfleisch und Sauerkraut inmitten einer kräftigen Brühe (Teichl) und die Abernsuppe – eine herzhafte Suppe aus Kartoffeln (Abern), oft mit Speck und Wursteinlage. Dass wir Oberlausitzer eine ganz eigene Mundart pflegen, kann man an einigen Orten hören, aber dazu kommen wir bestimmt noch in einem späteren Beitrag.
Beide Gerichte findet ihr heute leider eher nur noch selten auf den Speisekarten hiesiger Gaststätten. Wenn ihr sie entdeckt: Unbedingt probieren! Beispielsweise im Gasthaus „Zum alten Sack“ in Zittau.
Sorbische Einflüsse
Die sorbische Kultur hat die Küche der Oberlausitz ebenfalls stark geprägt. Buchweizen war früher ein wichtiges Grundnahrungsmittel und findet sich bis heute in Pfannkuchen, Breien oder Broten. Auch Leinöl, klassisch zu Kartoffeln und Quark, gehörte speziell in vergangenen Zeiten auf den regionalen Speiseplan – schlicht, nahrhaft und sehr typisch.
Regionales Bier – gebraut in der Oberlausitz
Die Oberlausitz blickt auf eine lebendige Brautradition zurück, um die sich auch manch spannende Geschichte rankt – bis hin zum sogenannten Bierkrieg zwischen Zittau und Görlitz im Jahr 1414. Bis heute wird in der Region bodenständig und handwerklich – und vor allem friedlich – gebraut. Zu den bekannten Namen zählen die Eibauer Brauerei, die Oberlausitzer Bergquell Brauerei Löbau und die Landskron Brau-Manufaktur Görlitz.
Daneben gibt es kleine Manufakturen und Craft-Brauereien wie SUDOST in Görlitz oder das Brauhaus am See in Sohland mit seinen Zippl-Bieren.
Unser Tipp: Nicht nur probieren, sondern auch erleben – eine Brauereiführung mit Verkostung in Görlitz ist eine schöne Ergänzung zum Stadtbesuch.
Genuss, wie er hier dazugehört
Was wir an der Oberlausitzer Küche schätzen: Sie ist kein Trend, sondern Tradition. Authentische Produkte und Gerichte erzählen hier von Geschichte, Landschaft und Handwerk. Probiert euch langsam durch die Region, bei Cafépausen, in Bäckereien oder Restaurants. Vielleicht entdeckt ihr dabei euren ganz persönlichen Favoriten – für diesen Urlaub oder den nächsten.
Dieser Beitrag ist Teil unserer Reihe „Unsere Oberlausitz – Geschichten, Orte & Genuss“.
Darin geht es uns darum, euch unsere Heimat über ihre Besonderheiten vorzustellen – manchmal sind das Orte, manchmal Geschichten und manchmal eben der Geschmack.
Weitere Tipps für euren Aufenthalt im MARKTQUARTIER 5 findet ihr in unserem digitalen Urlaubsguide.